Das chinesische Raumschiff Shenzhou 22 brachte am 29. Mai die Besatzung des Raumschiffs Shenzhou 21 sicher zur Erde zurück. Shenzhou 22 war am 25. November 2025 unbemannt gestartet worden – sechs Monate früher als geplant – um nach der Beschädigung des angedockten Raumschiffs Shenzhou 20 die Notfall-Rückkehrfähigkeit für die Besatzung der Station wiederherzustellen.

Am 5. November 2025 – nur wenige Stunden vor dem geplanten Abkoppeln – waren an einem Fenster von Shenzhou 20 Haarrisse entdeckt worden, die auf einen Einschlag von Space Debris zurückgeführt wurden. Die geplante Rückkehr der Besatzung wurde daraufhin verschoben. Nach einer eingehenden Prüfung kamen die Missionsleiter zu dem Schluss, dass Shenzhou 20 nicht für den bemannten Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verwendet werden sollte. Die dreiköpfige Crew von Shenzhou 20 kehrte schließlich am 14. November an Bord des kurz zuvor angedockten Raumschiffs Shenzhou 21 zur Erde zurück. Damit verblieb die Besatzung von Shenzhou 21 an Bord der Raumstation Tiangong elf Tage lang ohne ein flugtaugliches Rückkehrfahrzeug.

All diese Umstände führten am Ende dazu, dass die dreiköpfige Crew, bestehend aus dem Kommandanten Zhang Lu, dem Bordingenieur Wu Fei und dem Nutzlastspezialisten Zhang Hongzhang insgesamt 209 Tage, 20 Stunden und 26 Minuten im Orbit verbrachten. Das ist eine neue Einzelflugrekordmarke für einen chinesischen Raumfahrteinsatz.

Die Statistik der bemannten Landungen des Jahres 2026 sieht nun wie folgt aus

  • USA:               2 (Crew 11, Artemis II)
  • Russland:        0
  • China:             1 (Shenzhou 22)

Bild: CMSA